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Die Zielstellung des laufenden Kooperationsprojektes MCGUSS zwischen der BAM Berlin und der MPA Stuttgart ist es, das probabilistische Master Curve (MC)-Konzept hinsichtlich seiner Übertragbarkeit auf ferritisches Gusseisen mit Kugelgraphit (DCI) zu untersuchen.
Über Teilergebnisse der Arbeiten wurde bereits auf den Jahrestagungen 2023 bis 2025 des DVM-AK Bruchmechanik und Bauteilsicherheit berichtet. Der vorliegende Beitrag hat zwei Schwerpunkte.
Zum einen werden neue Ergebnisse zum werkstoffspezifischen Bruchmechanismus bei dynamischer Belastung im unteren Übergangsbereich der Zähigkeit diskutiert. Die fraktographische Datenbank wurde durch REM-Analysen weiterer Bruchflächen von SE(B)25-Proben bei -40 °C, ‑60 °C und ‑80 °C ergänzt. Die Ergebnisse…
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Die Zielstellung des laufenden Kooperationsprojektes MCGUSS zwischen der BAM Berlin und der MPA Stuttgart ist es, das probabilistische Master Curve (MC)-Konzept hinsichtlich seiner Übertragbarkeit auf ferritisches Gusseisen mit Kugelgraphit (DCI) zu untersuchen.
Über Teilergebnisse der Arbeiten wurde bereits auf den Jahrestagungen 2023 bis 2025 des DVM-AK Bruchmechanik und Bauteilsicherheit berichtet. Der vorliegende Beitrag hat zwei Schwerpunkte.
Zum einen werden neue Ergebnisse zum werkstoffspezifischen Bruchmechanismus bei dynamischer Belastung im unteren Übergangsbereich der Zähigkeit diskutiert. Die fraktographische Datenbank wurde durch REM-Analysen weiterer Bruchflächen von SE(B)25-Proben bei -40 °C, ‑60 °C und ‑80 °C ergänzt. Die Ergebnisse unterstreichen die prägende Rolle, die Rissarrestereignissen im Verlauf des dynamischen Sprödbruchversagens bei DCI zukommt. Der in MCGUSS zur Erklärung eines gegenüber Stahl inversen Probengrößeneinflusses vorgeschlagene Mechanismus „Specimen size-dependent arrest of local brittle fractures before global brittle failure by weakest link“ wird dadurch weiter unterstützt.
Des Weiteren wurde die Datenbasis der dynamischen Bruchzähigkeit für SE(B)-Proben der Dicken 10 mm, 25 mm und 140 mm auf insgesamt ca. 100 Versuche bei Temperaturen von -40 °C bis ‑140 °C erweitert, statistisch ausgewertet sowie MC-Analysen unterzogen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Daten sich zwar mit zwei- bzw. dreiparametrigen Weibullverteilungen gut beschreiben lassen, die MC-Methode nach ASTM E1921 jedoch nicht ohne Weiteres anwendbar ist, sondern Modifikationen erforderlich sind.